Label:
 
Scanner
 
 
Discographie:
 
Straftanz MCD [ 2006 ]
 
 
Website
my space
 
 
 
 
 
 
 
 
Straftanz --tanzt kaputt, was euch kaputt macht- --- [Vö: 16.05.2008]
 

„Straftanz“ schallt uns nun ja schon seit geraumer Zeit in den Clubs in sämtlichen Versionen aller Himmelsrichtungen um die Ohren und fordert unverkennbar zum Erobern der Tanzfläche auf. Nun kommt die Steigerung mit „Tanzt kaputt, was euch kaputt macht“ direkt als EP hinterher und will einen kleinen Vorgeschmack für das kommende Album geben.

Wer etwas wirklich neues erwartet hat, wird schnell enttäuscht, wer einfach eingängige Rhythmen erwartet, die perfekt sind, um in eine neue Runde Elektronahkampf einzuläuten, der kommt hier schon mal voll und ganz auf seine Kosten. Lyrisch bewegen wir uns auf altbekannten Niveau…vielleicht braucht eine klare Ansage nicht viel Text und Bedeutung!? Gesellschaftskritik hin oder her, leider geht die Bedeutung in dieser neuen Partyhymne etwas unter. Ob man mit Tanzen alle Probleme aus der Welt schaffen kann, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls kann man auf der Tanzfläche wenigstens für ein paar Augenblicke die grausame Welt da draußen vergessen… Der Titelsong „Tanzt kaputt, was euch kaputt macht“ kommt auf dieser EP gleich in vier Versionen daher, die Herren können es wohl nicht lassen auch nach Vollendung eines Tracks noch andere daran herum schrauben zu lassen. Sogar Heimataerde wagen sich daran, ihre Spuren zu hinterlassen. Der System Syn Remix ist sehr melodisch und geht viel softer ins Ohr.

Mit „burn heaven down“ wagen sich Straftanz in das englische Sprachgebiet und das schadet ihnen wirklich nicht. Überraschend neue Töne schallen einem aus den Boxen entgegen. Ein sehr tanzbarer Clubtrack, der zeigt, dass Straftanz doch mehr zu bieten haben, als man erwartet hatte.

„Blood in blood out“ ist der zweite englischsprachige Song auf dieser EP, ironischer Weise kommt dieser in der „annoying edit“ daher, was den Song leider schon ziemlich charakterisiert. Ohne große Höhepunkte kämpft sich der Hörer durch ein fünf minütiges Soundgewusel. Ob sich die Herren Straftanz damit nicht einen Scherz erlaubt haben?!

Zu guter Letzt bleibt da noch „Nicht1-one in a unnumbered series of some“, bei dem direkt nach ein paar Sekunden angekündigt wird, dass nun „noch drei Minuten nichts“ folgen. Die nette Ansagerin, die sehr an die Zeitansage erinnert, betont eine Minute später „noch 2 Minuten nichts“ und nach weiteren 60Sekunden „noch eins Minuten GAR nichts“. Begleitet wird sie von einem monotonen Hämmern und suspektem Männergeflüster. Nicht gerade ein Meisterwerk.

Ich muss sagen, dass ich mehr von dieser EP erwartet habe. Man bekommt fast den Eindruck, als wollten Straftanz nur eine Sorte von Clubtracks produzieren und das lästige Beiwerk, was die Single zu einer EP macht, wird in Windeseile ohne Idee heruntergerissen. Bleibt abzuwarten, wie sie das kommende Album gestalten werden.

Rezi: Maike Kowalle

M
Tracklist:
 
01. tanzt kaputt, was euch kaputt macht - original
02. tanzt kaputt, was euch kaputt macht - remix by heimataerde
03. burn down heaven - feat. myk jung
04. tanzt kaputt, was euch kaputt macht - system syn remix
05. blood in blood out - annoying edit
06. tanzt kaputt, was euch kaputt macht - mesmers eyes remix
07. nichts1 - one in a unnumbered series of some