Straftanz
schallt uns nun ja schon seit geraumer
Zeit in den Clubs in sämtlichen
Versionen aller Himmelsrichtungen um die
Ohren und fordert unverkennbar zum
Erobern der Tanzfläche auf. Nun kommt
die Steigerung mit Tanzt kaputt,
was euch kaputt macht direkt als EP
hinterher und will einen kleinen
Vorgeschmack für das kommende Album
geben.
Wer
etwas wirklich neues erwartet hat, wird
schnell enttäuscht, wer einfach
eingängige Rhythmen erwartet, die
perfekt sind, um in eine neue Runde
Elektronahkampf einzuläuten, der kommt
hier schon mal voll und ganz auf seine
Kosten. Lyrisch bewegen wir uns auf
altbekannten Niveau
vielleicht
braucht eine klare Ansage nicht viel Text
und Bedeutung!? Gesellschaftskritik hin
oder her, leider geht die Bedeutung in
dieser neuen Partyhymne etwas unter. Ob
man mit Tanzen alle Probleme aus der Welt
schaffen kann, sei einmal dahingestellt.
Jedenfalls kann man auf der Tanzfläche
wenigstens für ein paar Augenblicke die
grausame Welt da draußen vergessen
Der Titelsong Tanzt kaputt, was
euch kaputt macht kommt auf dieser
EP gleich in vier Versionen daher, die
Herren können es wohl nicht lassen auch
nach Vollendung eines Tracks noch andere
daran herum schrauben zu lassen. Sogar
Heimataerde wagen sich daran, ihre Spuren
zu hinterlassen. Der System Syn Remix ist
sehr melodisch und geht viel softer ins
Ohr.
Mit
burn heaven down wagen sich
Straftanz in das englische Sprachgebiet
und das schadet ihnen wirklich nicht.
Überraschend neue Töne schallen einem
aus den Boxen entgegen. Ein sehr
tanzbarer Clubtrack, der zeigt, dass
Straftanz doch mehr zu bieten haben, als
man erwartet hatte.
Blood
in blood out ist der zweite
englischsprachige Song auf dieser EP,
ironischer Weise kommt dieser in der
annoying edit daher, was den
Song leider schon ziemlich
charakterisiert. Ohne große Höhepunkte
kämpft sich der Hörer durch ein fünf
minütiges Soundgewusel. Ob sich die
Herren Straftanz damit nicht einen Scherz
erlaubt haben?!
Zu
guter Letzt bleibt da noch Nicht1-one
in a unnumbered series of some, bei
dem direkt nach ein paar Sekunden
angekündigt wird, dass nun noch
drei Minuten nichts folgen. Die
nette Ansagerin, die sehr an die
Zeitansage erinnert, betont eine Minute
später noch 2 Minuten nichts
und nach weiteren 60Sekunden noch
eins Minuten GAR nichts. Begleitet
wird sie von einem monotonen Hämmern und
suspektem Männergeflüster. Nicht gerade
ein Meisterwerk.
Ich
muss sagen, dass ich mehr von dieser EP
erwartet habe. Man bekommt fast den
Eindruck, als wollten Straftanz nur eine
Sorte von Clubtracks produzieren und das
lästige Beiwerk, was die Single zu einer
EP macht, wird in Windeseile ohne Idee
heruntergerissen. Bleibt abzuwarten, wie
sie das kommende Album gestalten werden.
Rezi:
Maike Kowalle
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