| Interview mit Claudia Brücken von Onetwo, geführt von Peter Reiser im Februar 2007 .[ mail to mail ] |
| Onetwo sind eine neue, herausfordernde und theatralische Elektro-Pop-Gruppe bestehend aus 2 Musikern, die insgesamt fast 20 Millionen Plattenverkäufe mit Ihren ehemaligen Gruppen angehäuft haben und in Ihrer neuen Formation ihre ganze Erfahrung an Songwriting, Gesang, Programmierung und Darstellung mitbringen. Die eine Hälfte ist der Soundtüftler Paul Humphreys der legendären Orchestral Manoeuvres in the Dark - OMD - einer der bestimmendsten und einzigartigsten Electro-Pop-Acts der 80er Jahre. Die Sängerin Claudia Brücken als ehemaliges Mitglied von Propaganda ein gleichwertiges musikalisches Schwergewicht. Propaganda, beeinflusst von Kraftwerk, CAN und DAF, haben einen eigenen Stil entwickelt, der die 80er beeinflusst und wie OMD viele nachfolgende Electrobands inspiriert hat. |
|
| Peter:
Ihr seid zurück von drei Auftritten in Südamerika. Wie
hat das Publikum auf Euch reagiert. Was habt Ihr
erlebt? Claudia: Wir wurden wie Elektro-Royalty behandelt, das war wirklich klasse. Das Publikum war sehr aufgeschlossen für Onetwo aber sie wollten natürlich OMD Lieder hören, weil OMD noch nie in Südamerika aufgetreten sind. Da haben wir Ihnen gegeben was sie wollten. Wir spielten Songs wir "electricity", "messages souvenier" und "forever live and die". Wir haben fast unser ganzes Onetwo Album vorgestellt, was natürlich noch keiner kannte. Und auch wie beim Wave Gotik Treffen in Leipzig waren die Leute sehr aufgeschlossen und dafür das sie die Lieder noch gar nicht kannten, haben sie richtig gut auf sie reagiert. Wir haben auch Songs wie "Dr Mabuse", "p-machinery" und "duel" gespielt. Bei "duel" ist das Publikum total ausgrastet. Die Energie war einfach fabelhaft. "duel" muss wohl ein Radiohit dort gewesen sein. Die Leute dort sind sehr warm und haben keine Angst sich gehen zu lassen. Das war eine einmalige Erfahrung. |
| Peter:
Wie empfandest du bzw. ihr den gemeinsamen Auftritt auf
dem letzt jährigen Wave Gotik Treffen, was ja quasi eine
Live Premiere euer beider Persönlichkeiten war!? Claudia: Das war schon ein bisschen strange um 01.00Uhr morgens auf der Bühne zu stehen. Was lustig war, war das zu dem Zeitpunkt, keiner Onetwo kannte, aber als wir dann "messages" und "Dr Mabuse" spielten gingen dann auf einmal die Lichter beim Publikum auf. Ah das ist der von OMD und Sie von Propaganda. Ich fand das total toll wie die Leute auf unsere alten Songs reagiert haben und wir tolerant ihre Bereitschaft für das neue Material war. Ich bin schon so lange nicht mehr in Deutschland aufgetreten, für mich persönlich war das ein tolles Erlebnis. |
| Peter:
Die neue CD kommt ja recht entspannt und ruhig daher.
Zusammen mit Deiner Stimme möchte man an einem
Sonntag im Winter auf dem Sofa entspannen. Gab es
auch andere Songs? Wie kam es zu dieser Auswahl? Claudia: Es ist auch ganz gut sich unsere Musik morgens um Zwei auf der Autobahn anzuhören. Unser Album ist eine Reise, die Songs sind die Ideen die sich in letzten Jahren so angesammelt haben. Unser Album ist einen Introduktion zu unserem Sound. Was auf dem nächsten Onetwo Album erscheint kann durchaus etwas ganz anderes sein. Deftiger, härter, minimalistisch oder bombastisch, filmischer, elektronischer...wer weiß? Wir gehen da ganz locker und spielerisch mit um. |
|
| Peter:
Wie definierst du die Synthese aus den Einflüssen Eurer
früheren Arbeit und wo spielen neue moderne Trends und
Sounds eine Rolle? Claudia: Ich finde das wir natürlich Referenzen zu unseren alten Bands machen, einfach schon aus dem Grund das sie Teil unserer musikalischen DNA sind. Aber Paul und ich wollten auch wirklich unsere eigene Gruppenidentität haben und es war uns wichtig uns nicht zu wiederholen, weil es das ja schon einmal gab und es wäre zu offensichtlich gewesen. Wenn Paul und ich uns hinsetzen und ein Lied schreiben geht es uns erst einmal um die Komposition selbst und wir denken nicht darüber nach ob das jetzt Trendy, oder Hip ist oder Zeitgenössisch. Pauls Sound Library ist schon auf dem neuesten Stand der Dinge aber wir greifen auch oft auf die alten Analog Sounds zurück, weil sie einfach immer noch so fantastisch klingen. |
| Peter:
Auf der CD ist mit "Have a cigar" eine
Coverversion zu hören. Claudia: Das Lied ist ein sehr zynisches Lied und erzählt vom großen Plattenfirmen Boss der dem Künstler Gott und die Welt verspricht. Das Lied wurde vor so vielen Jahren geschrieben ist aber immer noch so aktuell. Unsere Version ist ein nicht böse gemeinter Abzug über den Stand unserer Industrie. |
| Peter:
Beim Songwriting von "Cloud 9" und "A
Vision in the Sky" habt Ihr mit Martin Gore von
Depeche Mode und Gary Lucas zwei prominente Musiker eingebunden.
Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit wie machen sich deren Einflüsse
bei diesen Songs bemerkbar? Claudia: Martin kenne ich schon seit vielen Jahren. Ich hatte angefangen an "Cloud Nine" zu arbeiten und Martin war zu dem Zeitpunkt in London und ich habe ihn einfach gefragt ob er mir beim schreiben aushelfen könnte, was er dann auch tat. Gary hat uns via Internet ein mail geschickt und uns mitgeteilt das er gerne etwas mit uns machen würde. Seine Gitarrenparts sind in dem Lied "weakness in me" zu hören und in dem Lied "vision in the sky". |
| Peter:
Warum kam es immer wieder zu einer erneuten Verzögerung
bezüglich des Veröffentlichungstermins des Albums? Claudia: Unsere Album war im Oktober fertig aber dann kam Weihnachten wo die großen Plattenfirmen big business machen. Unser Album wäre zu diesem Zeitpunkt einfach untergegangen und so haben unsere Presseleute uns dazu geraten mit der VÖ noch ein wenig zu warten. Der Künstler in mir war eher frustriert über diese Entscheidung , aber der Platten Firmenchef in mir wusste das es die richtige Entscheidung ist. |
|
|