Mit
einem Gruppenbild von Lordi hätten Oomph!
für ihr kürzlich erschienenes
Studioalbum Monster das
perfekte Cover gehabt. Doch Oomph! haben
sich für den Coverentwurf eines Fans
entschieden, während Lordi nun ihr neues
Styling auf dem Cover von
Deadache präsentieren. Und
das ist die brandneue Scheibe der Finnen,
die ab dem 24. Oktober 2008 in unseren
Plattenläden stehen wird. Und man darf
sich freuen: Mr. Lordi, Amen, Awa, Ox und
Kita haben ein monstermäßiges Werk
zusammengebraut, das nicht gerade sparsam
mit eingängigen Melodien um sich sprüht.
Die perfekte Halloween-Musik
Hardrocksounds mit Horrorthematik. Und
trotzdem klingen Lordi auch auf dem neuen
Album nicht ganz so böse, wie sie
aussehen, auch wenn ihre Songs natürlich
allesamt gewohnt düster und rau sind.
Eröffnet
wird die neue Platte der Finnen durch
einen harmlosen Opener mit
Glöckchengeklimper und Flüstergesang.
Dann allerdings geht es mit 4 3
2 1 los in die Vollen!
Girls Go Chopping heißt es
im ersten rockigen Song und der wird das
ein oder andere Grinsen in den Gesichtern
hervorrufen. Mit einem Schrei geht es in
den nächsten Song Bite It Like A
Bulldog über, der ganz heavy-metal
like ebenso rockig an den Vorgänger-Track
anschließt. Erst mit Monsters Keep
Me Company wird es das erstes Mal
ein wenig gefühlvoller auf der Platte.
Das gedrosselte Tempo und Mr. Lordis
sanftere Stimme zu Anfang des Songs
lassen ein wenig Feuerzeugschwenk-Stimmung
aufkommen. Die Tracks Man Skin
Boots und Dr. Sin Is In,
in dem zwischendurch ein Bohrer
aufschrillt und Assoziationen zu
Frankenstein aufkommen lässt, schrecken
dagegen wieder nicht vor rockigen Riffs
zurück. Ebenso kracht auch der sich
anschließende Geister-Track,
der ein paar gotische Einflüsse mit sich
bringt.
Und
dann ist es wieder Zeit für ein kleines
Päuschen. Den melancholischen Song
Evilyn könnte man mit seiner
Klavieruntermalung und den ruhigeren
Strophen schon quasi eine Ballade nennen,
die eine angenehme Abwechslung auf dem
neuen Lordi-Album bietet. Und das Klavier
dieses Songs klimpert sich nahtlos in den
folgenden Track The Rebirth Of The
Countess über. Die Melodie kommt
mir bekannt vor, doch vermag ich sie
weder Mozart, noch Beethoven oder sonst
einem großen Komponisten zuzuordnen,
wenn überhaupt. Der Track ist auch kein
Song im eigentlichen Sinne, denn zu der
Klaviermelodie gesellt sich kein Gesang,
sondern lediglich das Heulen
von Hunden, ein nächtliches Zirpen von
Grillen, das Donnern eines Gewitters
sowie die Stimme einer Französin, der
man nicht folgen kann, sofern man die
Sprache nicht beherrscht. Und am Ende
steht ein kleiner Schockmoment...
Das
letzte Drittel des Albums
Deadache bildet zum einen der
flotte Kracher Raise Hell In
Heaven, zum anderen ein Hit-Dreier
angeführt vom ohrwurmigen Titelsong
Deadache und gefolgt von
einer ganz eigenen Interpretation von
Phantom der Oper sowie dem
traurigen Missing Miss
Charlene. Gerade in diesem Song
kommen noch ganz andere Facetten in Mr.
Lordis Stimme zu Tage, von denen er in
Zukunft gerne mehr präsentieren darf und
soll. Missing Miss Charlene
ist ein sehr schöner Song, der das
rundum solide Werk der finnischen
Monsterrocker melodisch abschließt. Man
sollte sich also vom äußeren
Erscheinungsbild der Band nicht
abschrecken lassen, denn die Skandinavier
machen wirklich verträgliche Musik, ohne
dabei dem Mainstream zu verfallen
wahrlich keine Musik zum davon rennen,
sondern eher zum stehen bleiben und
abfeiern.
Rezi:
Lea
Sommerhäuser
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