| Depeche Mode -touring the angel tour- -[20. & 21. 01. 2006 LTU Arena Düsseldorf] |
Hello war das erste, was man auf der futuristisch aussehenden Metallkugel lesen konnte. Wir schreiben das Jahr 2006. Depeche Mode machen mit ihrer Touring The Angel-Tour Station in Deutschland, und am heutigen Freitag, den 20.01.06, werden die Briten einen von zwei Gigs in der Düsseldorfer LTU-Arena geben. Bereits seit Monaten sind beide Termine restlos ausverkauft. Leider wurde der rege Kartenhandel im Vorfeld über grosse Online-Auktionshäuser von einem Fälschungsskandal überschattet. Fans hatten Tickets für viel Geld erworben, die sich nachher als vollkommen wertlos herausstellten. Kommen wir nun jedoch zurück zum eigentlichen Event: das Konzert! Bereits am Nachmittag hatten sich viele Anhänger vor der Arena am Rhein eingefunden, um pünktlich um 17:00 Uhr mit zu den ersten zu gehören, die in die Location eingelassen wurden. Nach fünf Jahren Bühnenabstinenz ist ein Platz in der ersten Reihe das absolute Sahnehäubchen, wobei man schon jetzt sagen kann, dass sich eine solche Anstrengung während jeder Sekunde des Konzerts bezahlt gemacht hat *schmacht*. Um 20:00 Uhr startete das Programm der Vorband The Bravery, der man mit einer gemischten Meinung gegenüberstehen kann. Wir hielten uns derweil noch in einem der zahlreichen Foyers auf, um dem Körper noch die benötigten Energiespender in Form von Getränken und Nahrung zuzuführen. Kurz vor 21:00 Uhr begaben wir uns dann in den Innenraum, von wo aus wir das Konzert geniessen wollten. Die Arena war proppenvoll, bis auf den letzten Sitz gefüllt, und die Fans feierten schon per Laola. |
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Der Oberhammer, mal Dave in grober Körnung, schwarz/weiss, mal verzögert, mal bunt, die Lichtshow dazu, dann wieder Bilder aus der Totale, wieder kommt dieses Wort unbeschreiblich ins Spiel. Die nächten beiden Songs A Question Of Time und Policy Of Truth zeigten ziemlich deutlich, dass die Fans noch nicht so ganz textsicher mit dem neuen Album umgingen, denn nun wurde wirklich jedes Wort der Lyrics mitgesungen. Ein Blick auf die Ränge zeigte, dass man ruhig die Bestuhlung aus der LTU-Arena hätte entfernen können, denn alle waren von ihren Plätzen aufgestanden und feierten mit. Mit Precious folgte wieder ein Track aus der DM-Neuzeit, der ebenfalls toll honoriert wurde vom Publikum. Mit Walking In My Shoes ging es zurück in die Neunziger zur Songs Of Faith And Devotion-Ära. Untermalt wurde das auch durch die Vogelfrau, die wie damals durchs die Szenerie schritt. Danach gings mit Suffer Well wieder zurück in die Gegenwart, dem ersten Song, der von Mr. Gahan selbst für Depeche Mode geschrieben wurde. Nun kündigte sich ein weiterer Höhepunkt des heutigen Abends an: Martin L. Gore rückte nun an die Stelle von Dave und ergriff das Mikro, um Marco zu performen und leitete damit auch eine etwas ruhigere Phase an, quasi eine kleine Verschnaufpause für Hände und Stimmbänder. Die Bühne wurde dabei erneut in tiefes rot getaucht; schlicht, aber dennoch überaus stimmungsvoll, um anschliessend auch noch Home in der Piano-Verson (Mix aus Air-Around-The-Golf und Album Version) zu präsentieren. Bei Martin hatte man generell den Eindruck dass er den ruhigeren, emotionaleren Part bei Depeche Mode verkörpert. An dieser Stelle muss auch mal erwähnt werden, dass sowohl Dave als auch Martin stimmlich absolute Spitzenklasse waren und die tolle Akustik in der Arena das noch unterstützte. Die ruhige Phase setzte sich mit I Want It All fort, jedoch wieder mit Dave am Mikro. Das Set fand nun mit The Sinner In Me seine Fortsetzung. Der Song entwickelte sich in Gegensatz zur Album-Version zum Ende hin durch den Einsatz von Martin's Gitarre und den fulminanten Drums viel dynamischer und trieb das Publikum vor sich her. Und genauso intensiv sollte es nun auch weitergehen. I Feel You sorgte sorgte nicht nur musikalisch für ein Feuerwerk, sondern auch visuell! Für die Herren gab es eine hübsche Frau auf den Leinwänden, die sich schlussendlich ihres Oberteils entledigte, genau das hatte Dave während des Songs bereits für die Damenwelt in der Arena live getan, was dann doch so einige Münder der Damen offenstehen liess! Aber selbst ich als Mann muss sagen: Dave sah/sieht sehr g... aus! Mit World In My Eyes ging es weiter, gefolgt von Personal Jesus, und als Abschluss gab es noch Enjoy The Silence, bei dem Dave gelassen auf seinen Text verzichten konnte; diese Rolle übernahmen die 47.000 Anwesenden sehr gerne für ihn. Damit endete das Haupt-Set und die Musiker verliessen die Bühne, um nach ein paar Minuten, in denen die Halle schön dunkel blieb und die Fans auch weiterhin Stimmung machten, zurück auf die Bühne kamen, um noch ein paar Zugaben zu spielen. |
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Wir ziehen an dieser Stelle bewusst noch kein Fazit, denn am Samstag, dem 21.01.06, zog es uns nochmals in die LTU-Arena, als Fan bekommt man halt nicht genug! Diesmal nicht vom Innenraum aus, sondern Unterrang, Block 37, Reihe 19, und somit auch mittig zur Bühne hin. Das ermöglichte einen unheimlich tollen Blick auf die Stage, und die Akustik war auch mehr als gut, bedenkt man doch die Grösse der Arena. Trotzdem es die die gleiche Veranstaltung wie am Vortag war, so war doch am Samstag nach unserer Einschätzung eine viel bessere Stimmung. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Akteure auf der Bühne waren sichtlich besser gelaunt, Dave suchte viel mehr und auch eher den Kontakt zu den Fans über den Catwalk, shakerte häufer mit Martin, der auch das ein oder andere Mal sichtlich schmunzelte. Und das auch, als er sich direkt beim ersten Stück des Abends, A Pain That I'm Used To, auf seiner Gitarre verspielte. Im Vergleich zum Freitag wurden lediglich zwei Songs im Set geändert: anstatt Marco sang Martin Damaged People, und wurde auch hier von Dave als Background-Sänger unterstützt. Im ersten Zugaben-Block tauschte man Somebody gegen A Question Of Lust. Das sind jedoch nur die technischen Unterschiede, die Stimmung zu beschreiben, das Gefühl, war viel runder, emotionaler, schöner. Der Gig am Samstag ging einfach tiefer. Leider sind wir nicht in der Lage, das verbal besser auszudrücken. Die, die dort waren, verstehen was wir meinen. Und den anderen, denen können wir nur empfehlen: besucht eines der noch folgenden Hallen-Konzerte, oder freut euch auf die OpenAir-Gigs im Sommer. |
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