Folk Rockt,
so stand es auf den Festivalshirt in diesem Jahr auf dem
Burgfolk Festival in Mülheim an der Ruhr. Während in
den letzten Jahren vor allem nationale Größen der
Folkszene in die malerische Karolinger Festung an die
Ruhr gelockt wurden. Gab es in diesem Jahr ein
internationales Programm, so spielten erstmals die
niederländische Band Omina, die Finnen von Korpiklanni
und die britische Oysterband auf dem Burgfolk. Dazu
gesellten sich die Newcomer von Lyriel, sowie ein paar
gute alte Bekannte des Festivals mit Claymore, Schelmish
(mit denen ich im Vorfeld ein Interview führen durfte) und Saltatio
Mortis.
Das Festival wurde
im sehr gut gefüllten Schlosshof, durch LYRIEL eröffnet.
Ihre Mischung aus ruhigen Balladen und einigen rockigern
Nummern, wärmte das Publikum für die Lokalmatadore von
Claymore auf. Die Celtic Rocker brachten schon zu früher
Stunde das Publikum zum kochen. Volkers gute Stimme und
die traditionellen Instrumente wie Dudelsack, Small Pipe,
Tin Whistle und Side Drum brachten eine richtig gute
Folkatmosphäre in den Schlosshof.
Ihnen folgte OMNIA
mit seinen mystischen Klängen, sie überzeugten das
Publikum nicht nur durch ihre große Auswahl an
Instrumente, wie z.B. Luka mit seinem Bloodwood
Didgeridoo, und die tollen Neoceltic-paganrock
Klänge, sondern vor allem durch die ausgesprochen
unterhaltsamen Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum.
Frontmann Sic ließ es sich, trotz der knappen Zeit,
nicht nehmen die eine oder andere Geschichte zu erzählen,
die durch spontane Beifallsbekundungen honoriert wurde.
Nach den ruhigen
und verzaubernden Klängen von Omnia wurde es brachial.
Es war Humpaa-Zeit. Die finnische Folkmetal Band
KORPIKLANNI donnerte mit ihrer Mischung aus Polka und
Metal durch den Schlosshof. Harte Gitarrenriffs, die mehr
grunzende als singende Stimme von Sänger Jonne und viel
Bier wurden mit Polkaklänge an der Geige und am
Akkordeon kombiniert. Nachdem das Publikum den ersten
Schrecken überwunden hatte wurde munter mitgehüpft und
mit gegrölt. So ließ es sich der SALTATIO MORTIS
Frontmann Alea nicht nehmen ordentlich mit zu rocken.
Nach Korpiklanni
folgte mit SCHELMISH der erste Topact des Abends. Die
selbsternannte fetteste Mittelalterband der Welt
bot eine gewohnt gelungene Mischung aus mittelalterlichen
Melodien und rockiger Gitarrenmusik. Aber erst die derben
Sprüche, die geniale Interaktion mit Saltatio Mortis
ließen den Auftritt zu einem echten Erlebnis werden.
Wurden zunächst nur einige derbe Sprüche in die
Richtung der sieben Todestänzer gesandt, entbrannte
später eine herrlicher Schlagabtausch, der später beim
Auftritt von Saltatio noch fortgeführt werden sollte.
Leider war die Stunde Spielzeit für Schelmish viel zu
kurz und nach nur einer Zugabe folgten ihnen die Briten
der OYSTERBAND. Sie boten guten klassischen Irishfolk,
doch die eher ruhigen Klänge fanden nicht bei allen
Besuchern Anklang. So war die Freude umso größer als
gegen 21.30 Uhr endlich der Headliner SALTATIO MORTIS die
Bühne betrat. Ihr Auftritt wurde mit einigen harten
Metal Nummern aus dem aktuellen Album, wie Salz der
Erde oder des Königs Henker eröffnet.
Im Anschluss daran folgte der mittelalterliche Teil mit
vielen Klassikern wie Dessous le Pont de Nates.
Auch die herrliche
Interaktion mit Schelmish sollte hier nun fortgesetzt
werden. Saßen bei Schelmish noch einige der Spielleute
von Saltatio im Pressegraben und heizten das Publikum an,
waren es nun die Schelme die das Publikum anheizten.
Besonders erwähnenswert ist hier die Geschichte um die
Mittelalter-WG von Schelmish und Saltatio in Spanien, die
in zwei Versionen von beiden Bands zum Besten gegeben
wurde. Als Fazit dieser Geschichte bleibt in jeden Fall,
dass man im Kölner Dom besser nicht nach der Sandale von
Lasterbalk fragen sollte. Das absolute Highlight des
Auftrittes war aber das Palästinalied. Die
sieben Totentänzer spielten es zusammen mit Schelmish
und Korpiklanni und brachten damit die Bühnen fast
zum platzen und das Publikum zum toben. Kurz vor elf Uhr
war dann ein tolles Festival leider zu Ende. Aber die
Fans hatten noch die Möglichkeit auf der anschließenden
Aftershowparty ein wenig mit den Bands zu feiern.
|