Knapp
vier lange Jahre sind vergangen, seit
Lacrimosa ihr letztes Studio-Album Lichtgestalt
auf den Markt gebracht haben. Vier lange
Jahre, in denen Tilo Wolff und Anne Nurmi
sich allerdings nicht auf ihren Lorbeeren
ausgeruht haben. Sie tourten durch
sämtliche Kontinente und sammelten
Material für eine DVD, die dann
letztendlich im Jahr 2007 unter selbigem
Namen wie das letzte Studio-Album
erschien. Und nach einem kleinen Umbau in
Tilos Studio ging es dann Ende 2007 an
die Aufnahmen zum mittlerweile 10.
Schaffenswerk von Lacrimosa.
Es
nennt sich Sehnsucht und wird
ab dem 8. Mai 2009 endlich in sämtlichen
Plattenläden stehen, so natürlich auch
bei uns in Deutschland. Traditionell mit
Schwarz/Weiß-Cover und dem Harlekin als
Maskottchen drauf, wird es die Platte
geben, allerdings diesmal mit 10 anstatt
der gewohnten acht Tracks. Zwei
Leckerbissen also mehr, auf die sich
eingefleischte Lacrimosa-Fans freuen
können. Und sie erwartet ein Album, auf
dem fast schon traditionell raue Rock-Gitarren
und Orchesterpassage aufeinandertreffen.
Während das neue Album allerdings sehr
ruhig mit dem Song Die Sehnsucht in
mir beginnt, legt die Band
spätestens beim zweiten Titel Mandira
Nabula so richtig los. Hier
duellieren Akkordeon und Solo-Gitarre
miteinander, wobei das Thema des
Akkordeons zum Ende hin gewinnt. Weiter
geht es mit dem eher wieder ruhigeren
A. u. S., was für Alles
unter Schmerzen steht, an das sich
wiederum der Kracher Feuer
anschließt. Hier stehen harte
Gitarrenriffs im Kontrast zu den sanften
Gesängen eines Kinderchors. Und
mittendrin Tilos charismatische Stimme,
die plötzlich völlig aus sich
herausbricht.
Es
folgen zwei englische Titel, wobei A
Prayer For Your Heart eher von
Annes Gesang dominiert wird und Tilos
Stimme wieder intensiver im eingängigen
I Lost My Star In Krasnodar
zu erleben ist. Letzteren Song haben
Lacrimosa der russischen Stadt Krasnodar
gewidmet, die ihnen auf der letzten Tour
besonders in Erinnerung geblieben ist.
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht
direkt ersichtlicht ist, so befasst sich
dennoch jeder Song auf dem neuen Album
bezogen auf dessen Titel
mit der Sehnsucht, obgleich sie jedes Mal
in einer anderen Form in Erscheinung
tritt. So behandeln auch das
klavierdominierte Stück Die Taube
und das gefühlvolle Call Me With
The Voice Of Love das Thema
Sehnsucht. Und weiter geht es mit Der
tote Winkel, bei dem Tilos und
Annes Gesang wunderbar miteinander im
Gleichgewicht stehen.
Lacrimosa,
wie man sie eben kennt und liebt. So kann
auch das abschließende, rockige Koma
mit Leichtigkeit überzeugen, wobei das
Lied zunächst als Namensgeber für das
10. Studio-Album fungieren sollte, ehe
dieses allerdings auf den Namen Sehnsucht
getauft wurde. Die Platte erscheint mit
einem 28-seitigen Booklet und sollte
natürlich in keiner Lacrimosa-Sammlung
fehlen.
Rezi:
Lea
Sommerhäuser
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