Nicht
weniger als die Erlangung der
Weltherrschaft! So beschreibt
Krypteria-Gitarrist Chris das
Langzeitziel, welches seine Band mit
ihrem neuen Album My Fatal Kiss anstrebt.
Dabei wird in Anbetracht der Tatsache,
dass in den letzten Jahren Metalbands mit
Frontfrauen an den Mikrofonen an fast
allen Ecken und Enden aus dem Boden
sprießen, das koreanisch-deutsche
Quartett einige Schlachten auf dem Weg zu
diesem Ziel zu schlagen haben.
Bereits
der Opener Ignition zündet
allerdings auch schon mit einem
ordentlichen Knall und wird bereits einen
Teil der Konkurrenz mit eingezogenen
Köpfen die Flucht ergreifen lassen, aber
auch bei den folgenden Stücken merkt man
Krypteria an, dass sie beim Songwriting
näher zusammengewachsen sind und nun in
eng geschlossener Schlachtformation
antreten. Auch thematisch widmen sich Ji-In
und ihre Jungs einem Kampf, allerdings
nicht gegen einen greifbaren Gegner,
sondern einem Kampf mit den eigenen
Dämonen, der inneren Zerrissenheit und
der Ambivalenz zwischen Gut und Böse
sowie der Suche nach Halt. Dazu passend
schlagen Krypteria ihre Schlacht
ebenfalls mit unterschiedlichsten Waffen:
Nach dem recht harten My Fatal Kiss
wird bei Why erstmal die
Geschwindigkeitsbremse angezogen und
erste balladeske Töne erklingen. Diese
wiederum werden nach kurzer Zeit durch
rockigere und schließlich sogar
bombastische Klänge abgelöst, bevor
Deny zunächst mystisch und
schließlich brachial alles niederwalzt,
was nicht bei drei auf den Bäumen ist
und letztendlich mit einem Glockenschlag
nur verbrannte Erde hinterlässt. Aber
auch eine Pause vom kontinuierlichen
Kämpfen gönnt sich die Band mit der
melancholischen Ballade God I Need
Someone. Generell sticht ein
äußerst druckvoller Sound in die Ohren,
der wohl einen großen Teil der
Konkurrenz von denen Beinen fegt.
Zum
Schluss gibt es noch ein ganz besonderes
Schmankerl für diejenigen, die sich
bereits früh mit Krypteria ins Gefecht
stürzen. Auf sie warten nämlich die
beiden Bonusstücke Headfirst Into
A Sea Of Flames, welches mit
großem Abwechslungsreichtum zu
überzeugen weiß, und Too Late,
Game Over & Good Bye. Bei
dieser großartigen Komposition kommt der
Hörer sogar in den Genuss eines
außergewöhnlichen aber mitreißenden
Duetts zwischen Ji-In und Drummer Kuschi.
Somit endet das zweite Werk von Krypteria
genau so, wie es bereits begonnen hatte:
Mit einem Bombenschlag! My Fatal Kiss
sollte dem Quartett den Weg an die Spitze
auf jeden Fall ein großes Stück frei
geräumt haben.
Rezi: Kerstin
Tschöpe
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