DEPECHE MODE -.Sounds of the Universe-Tour- ...[ Commerzbank Arena, Frankfurt(M) 12.06.2009 ]
 

Depeche Mode sind, nach dem positiven Verlauf der Krankheit von Sänger Dave Gahan, endlich wieder auf ihrer Sounds Of The Universe-Tour. So natürlich auch in Hessen, genauer gesagt spielten sie am 12.6.2009 in der Frankfurter Commerzbank Arena vor 42 000 begeisterten Fans. Als Vorgruppe agierten die französischen Elektro-Popper von M 83, leider mit einem eher breiigen Sound gestraft, so dass nicht wirklich Stimmung im Oval aufkam. Nach den letzten Klängen begannen die Umbaumaßnahmen und ein gewohnt gutes DJ Set erschallte die Arena. [ Galerie ]

 

Doch als die ersten elektronischen Klänge ertönten und Peter Gordeno, sowie Christian Eigner die Bühne betraten, erhoben sich die Fans, als Andrew Fletcher ihnen folgte, begann man seitens des Publikums zu jubeln. Der Jubel wurde jedoch merklich lauter, als Blondschopf Martin L. Gore im Silbergewand erschien und gipfelte gar in frenetischem Applaus, als Dave Gahan sich im Rampenlicht vor dem Publikum verneigte. DM waren nicht sparsam mit den Hits vergangener Jahre, leider wurden aus dem aktuellen Album "Sound of the Universe" lediglich 6 Stücke gespielt, für meinen Geschmack hätten es gerne mehr sein dürfen. Auch wenn "In Chains" gewiss nicht der beste Opener war, den wir gehört haben, begann mit diesem Song ein kraftvolles Konzert, auch wenn leichte Soundprobleme zu Beginn deutlich hörbar waren. Die Commerzbank Arena präsentierte sich im Laufe des Abends allerdings soundtechnisch besser als erwartet. Die Single "Wrong" folgte, danach das kraftvolle "Hole to feed" mit Flammenanimationen im Hintergrund. Mit "Walking in my Shoes" begann dann die Zeitreise back to the roots. Als Dave Gahan bei "It´s no good" die erste Strophe verpatzte, möchte der Fan es doch gerne als künstlerische Freiheit gesehen haben, zumal dies in Frankfurt nicht das erste Mal passierte. Es ist schon immer "A Question of Time" bis die Besucher auf den Rängen allesamt aufstehen, doch nun hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Das Stadion rockte und feierte ihre Helden. "Precious" lud für einen Moment zum Verschnaufen ein, die erste Single des Vorgängeralbums "Playing the Angel" wurde vom Publikum mitgesungen und kommt offensichtlich gut an. Bei den ersten Klängen des folgenden Songs wusste im Stadion jeder Bescheid, es wurde gejubelt.

 

"Fly on the Windscreen" ließ nun auch jene wieder aufstehen, die sich zuvor zu "Precious" eine kleine Pause gegönnt hatten. Der Innenraum sowie der Front of Stage Bereich und die Ränge tanzten und sangen. Mit "Jezable" präsentierte Martin Gore eine der Balladen des neuen Albums, sehr schwerfällig aber gewohnt schön und klar gesungen. "A Question of Lust" folgte und man konnte nicht nur ein ganzes Stadion den Text mitbeten hören, sondern man sah auch überall verzückte Gesichter, weil es auch nach so vielen Jahren noch so wunderschön an zu hören ist. Die Bühne Blau-Schwarz, eine Erdkugel drehte sich, Sternenflug und ein wunderbares "Come Back" wurde angestimmt. Das Publikum war ein wenig verhaltener als bei den alten Krachern, doch wurde auch hier gesungen und mitgeklatscht. "Peace" ist für mich persönlich eines der Highlights des neuen Albums und auch Live absolut überzeugend: das Publikum sang den Refrain mit Dave im Chor. Die Stimmung war gut und ausgelassen. Und stimmlich überraschte der Frontmann gerade an den Stellen, an denen er seiner Stimme mehr als üblich abverlangte, wenn es hoch hinaus ging.

 

„In your Room“ und “I feel you” machten das 3er Set aus der "Songs of Faith and Devotion" Zeit komplett. Das Publikum betete "In your Room" förmlich mit, bei "I feel you" kochte hingegen das ganze Stadion und Dave sang voller Hingabe. „Policy of Truth“ und “Enjoy the Silence” sind 2 Tracks der 1990 erschienenen "Violator". Sie waren neben dem darauf folgenden “Never let me down again” stimmungsmäßig wohl die Highlights des Konzertes. Dave erwies sich wieder einmal als Animateur: 42 000 Menschen sangen, klatschten, tanzten und Frankfurt tobte! Dave Gahan war sichtlich begeistert und erfreut wie ein Kind, als er 84 000 Arme in der Luft sah und animierte das Publikum zusätzlich vorn am eingelassenen Steg. Blickte man hinüber auf die Ränge, alle schwenkten ihre Arme. Eine Gänsehaut überkam mich! Nach einer kurzen Pause, in der die Fans nach Dave, Andrew, Martin und Co. riefen, ging es mit „Stripped“ in die erste Verlängerung. „Master and Servant“ machte Spaß, das Publikum ging mit, die alten Klassiker kennen sie nun mal in und auswendig. „Strangelove“ beendete den ersten Encore. Die für dieses Lied ausgewählte Animation zeigt eigentlich zwei Damen, die sich erotisch aneinander verlustieren. Doch in Frankfurt war der größte Teil der Animation durch einen roten Lichtvorhang zensiert worden, vielleicht weil es die Fans sonst zu sehr von dem abgelenkt hätte, was auf der Bühne geschah? Erneut eine kleine Pause und einige Zuschauer verließen schon das Stadion. Die meisten blieben allerdings wie angewurzelt stehen, als die ersten Klänge zu „Personal Jesus“ erklangen. Da wurde dann natürlich auch mal flux auf der Treppe stehend geklatscht, gesungen und getanzt.

 

Als Dave und Martin anschließend gemeinsam hinaus in die Massen auf den Steg liefen und mit einem wunderschönen „Waiting for the Night“ einen gelungenen Konzertabend abschlossen, waren die letzten Worte die man hörte: "Been waiting for the night to fall, now everything is bearable, and here in the still, all that you feel, is tranquilit“ Doch von Stille kann zunächst keine Rede sein. Denn 42 000 Zuschauer, Fans, Devotees, klatschten, pfiffen, brüllten, als ob die Frankurter Eintracht ein Tor in ihrem Heim Stadion geschossen hätte. Selbst als die 5 auf die Bühne kamen und Dave sich mit dem traditionellen „See you next time!“ von Frankfurt verabschiedete, blieben viele Zuschauer noch stehen und jubelten ihren Helden zu, während das Licht an ging. Ein derartiges Ende habe ich bei einem Depeche Mode Konzert noch nicht erlebt. Hätte ich nicht gewusst, dass "Waiting for the Night" wirklich das Ende des Sets bedeutete, ich hätte darauf gewartet das die 5 noch einmal die Stage entern um ein allerletztes Stück zum Besten zu geben. Danke Frankfurt! Danke Depeche Mode! A night to remember... see you next time!

 
Text: .Beatrix Westphal
Bilder: .Sandro Griesbach . [ Galerie ]