Label:
 
Danse Macabre Records
 
 
Discographie:
 
Eichenriegel CD [2009]
Das was bleibt hat keinen Namen [2008]
 
 
Website Band
my space
 
 
Das-Kollektiv.net - -eichenriegel- --- [Vö: 25.09.2009]
 

Für etwas Bestimmtes zu stehen, etwas Bestimmtes auszudrücken, das wollen wohl die meisten Bands und Projekte, den wenigstens gelingt es aber wirklich. Das-Kollektiv.net (übrigens eine nette Marketingmaßnahme, die Homepage als Namen zu verwenden) geht, was seine Mission betrifft, da schon etwas konsequenter vor. Fünf verhüllte Musiker, fünf Einheiten - ein Kollektiv. Denn die Band will nicht als einzelne Individuen, sondern als gemeinsames Konstrukt, eben Kollektiv, wahrgenommen werden.

Die Namen bleiben unbekannt und weiße, ausdruckslose Masken verbergen die Gesichter der in Kutten steckenden Personen auf dem CD-Cover von „Eichenriegel – Nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimat zu“. Was uns der Begriff Eichenriegel genau sagen will, bleibt an dieser Stelle leider ebenso wie die Musiker verborgen. Langer Rede kurzer Sinn: auf dem Album der fünf Einheiten, das einem Free-Download-Album folgte, geht es eher düster zu. 10 Tracks hält die Platte bereit, abwechslungsreich und schwer mit irgendetwas zu vergleichen. Musikalisch hält sich Das-Kollektiv.net in den Weiten der elektronischen Klänge auf, mit New Wave Einflüssen, aber auch härteren Electro-Beats, wenn auch etwas zögerlich eingesetzt. Viel mehr fällt auf der Scheibe bei Songs wie „Wut“ und „Grenzland“ aber der markante, ausschließlich deutschsprachige und an Rammstein erinnernde Gesang auf, der sich mit dem gar nicht rockigen Sound erstaunlich gut paart. Aber auch Liebhaber von melodischen Stimmen kommen auf ihre Kosten – zum Beispiel bei „Letzter Zeuge“ oder bei einem der Kernstücke, „Sieh deine Seele“, zeigen die Einheiten ihre sanfte Seite.

Nichts desto trotz bleibt die Grundmelancholie und das Destruktive in den Texten erhalten. Zusammen wirken – dafür steht Das-Kollektiv.net und wer auch immer die Unbekannten sind, sie verstehen etwas von ihrem Handwerk und davon, Stile zu kombinieren und in eine neue Form zu bringen, ohne sich an einem anderen szenetypischen Projekt messen zu müssen. Und ruhig mal einen Blick auf die Website riskieren: eigenwilliger aber interessanter Auftritt.

Rezi: Nadine Schmitt

 
Tracklist:
01. Gottverlassen
02. Letzter Zeuge
03. Wut
04. SPLITTER
05. Was kommt dann?
06. Moment
07. Grenzland
08. Tief im Herzen Eichenriegel
09. Sieh deine Seele
10. Die Stimme