Es
gibt Tage an denen ich besonders froh bin,
in dieser Branche tätig zu sein, den
Zugang zu Musik von Bands zu haben, die
für die meisten Szenegänger noch
unbekannt ist und die frohe
Botschaft ankündigen zu können.
BRILLIG ist der neuste Export aus Down
Under, das bis jetzt hauptsächlich von
AC/DC musikalisch präsentiert war. Nach
vielen Jahren in der Szene hat man schon
einiges auf die Ohren bekommen, von dem
ich mich nicht so leicht beeindrucken
lies. Allerdings ist es BRILLIG durchaus
gelungen, aus der Masse anderer Künstler
heraus zu stechen. Diese Australier
können mehr als bloß depressive
Atmosphäre verbreiten.
Die
Band spielt fast ausschließlich
akustisch. Zusätzlich zu
Standardinstrumenten werden Banjo, Viola,
Gitarre, Autoharp, Akkordeon, Ukulele,
Harmonica gespielt. BRILLIG hat diesen
zauberhaften nicht-von-dieser-Welt
Touch, der auch bei The Birthday Massacre
zu hören ist. Zu weiteren Einflüssen
zählen Neil Young und Nick Cave. Etwas
von Antichrisis gibt es auch in manchen
Songs zu hören. Man denkt an die frische
Luft nach dem Regen oder Spaziergänge im
Park mit einem Teich und Schwänen beim
Hören. Kein Wunder, dass die Formation
ganz unterschiedliches Publikum anzieht;
von Country Fans über Goths bis zu Indie
hinaus und mehr. Die Songs handeln von
tragischen Motiven, Verlust der Liebe,
Verlust des Lebens und zum Beispiel auch
der Einsamkeit am Ende des Wegs.
Jedes
Lied erzählt eine Geschichte; sei es
über einen alten Captain, über einen
tragischen Familien-Streit, ein Mädchen
namens Emily, Schiffsunglück und auch
eine Ode an den Absinth darf natürlich
auch nicht fehlen. Nichts für Personen,
die auf das australisches Englisch
allergisch sind, aber was kann die Band
schon dafür?! Richtig toll zu einem
ruhigen Abend mit ein paar Freunden oder
einem guten Buch. Damit möchte ich
jedoch nicht ausdrücken, dass die Musik
einschläfernd wirkt! Nicht nur für
Grufties absolut empfehlenswert.
Rezi:
André
Wiegand
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