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"Die Welt zu Gast bei Freunden" so lautet das Motto der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ebenso kamen in diesem Jahr zum 15. mal Anhänger, Freunde und Gönner der Schwarzen Szene aus allen Teilen der Welt nach Leipzig, um sich und die Szene selbst über Pfingsten zu feiern. Eigentlich begann der Mythos "WGT" schon vor 18 Jahren mit einer Handvoll Menschen. Daraus ist ein Festival entstanden, dass sich hinter keinem grossen Namen der Veranstaltungslandschaft verstecken muss. Auch in diesem Jahr fanden laut Medienberichten wieder über 20.000 Gothics den Weg in die sächsische Metropole. Wie bereits in den vergangenen drei Jahren war das Team von darkmoments wieder für euch dabei und hat diesmal fast vierzig der über 170 auftretenden Bands live besucht, um euch davon zu berichten. |
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| Freitag,
02. Juni 2006 Am Freitag, dem 1. offiziellen Festivaltag, begann unser Programm für euch im Werk II mit den Amerikanern von "Hatesex". Mr. Benn Ra ist der musikalische Kopf, während auf der Bühne Programmiererin und Sängerin Krisanna Marie. Benn, früher mit "Diva Construction" unterwegs, sieht "Hatesex" als eine Möglichkeit, die Grenzen des gitarrenbasierten Goth-Rock auszuloten, um ihn dann widerum mit Einflüssen aus anderen Stilrichtungen zu verbinden. Krisanna, die einen gehörigen technischen Background hat, trat bisher lediglich mit einer Goth-Band aus LA in Erscheinung. Ihr erster Auftritt mit "Hatesex" ausserhalb der Staaten war geprägt von einer gewissen Frische und einem unglaublichen Gesichtskino, das Krisanna uns bot. Das musikalische Programm war mehr als abwechslungsreich. So waren Songs aus dem Album "Unwant" zu hören, dazu gab es Stücke von "Diva Construction" ("Playing The Liar" & "Valley Of The Scars") sowie ein "Sioxsie"-Cover namens "Nicotine Stain". Die Eindrücke der Band selbst könnt ihr auch unter dem myspace-blog von "Hatesex" [ hier ] nachlesen. Übrigens waren "Hatesex" die Opener im Werk II, nachdem der Auftritt von "Division Kent" kurz vor Beginn des WGT abgesagt werden musste. |
Nach kurzer Umbaupause betrat eine Formation die Bühne im Werk II, die einen wesentlich kürzeren Anfahrtsweg hinter sich gebracht hatten. "Accessory" aus Chemnitz machten sich mächtig elektronisch ans Werk, und direkt von Beginn an wurde Vollgas gegeben. Dirk Steyer (Gründungsmitglied) und Ivo Lottig tobten sich auf der minimalistischen Bühne voll aus. Im Hintergrund hatten sie noch einen Keyboarder platziert, hinter dem wiederum auf einer Leinwand noch untermalende Projektionen zu sehen waren. Vor gut einem Jahr veröffentlichte das Duo ihr aktuelles Doppel-CD-Album "Forever & Beyond" beim Leipziger "Out Of Line"-Label. |
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Nach diesem furiosen Auftritt war ein Ortswechsel von Nöten, um den nächsten Act auf unserem Festivalplan sehen zu können. Niemand geringeres als "Lacrimosa", bestehend aus Tilo Wolff und Anne Nurmi Manier sowie ein paar Live-Musikern, sollten in der Agra-Halle auftreten, und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Halle war prächtig gefüllt und erfüllt von der Vorfreude auf den bevorstehenden Gig. Tilo, wie gewohnt in feinem Gewand, betrat die Bühne und liess ein kleines musikalisches Feuerwerk los. Die Playlist liest sich wie ein Best-Of. Mal rockig und druckvoll, dann mal still und zerbrechlich, trotzdem ständig impulsiv, intensiv. Der Frontmann grub alle emotionalen Facetten aus und transferierte sie stimmlich musikalisch ans Publikum. Abgerundet wurde das rund 105minütige Programm von insgesamt vier Zugaben in zwei Etappen. Ausserdem möchten wir die stimmungs- volle Lichtuntermalung herausstellen, die den Gig zu einem rundum gelungenen Erlebnis hat werden lassen. Für die anwesenden Fans düfte "The Last Milenium" auch ein Mega-Leckerbissen gewesen sein - dieser Song ist mehr als selten live zu hören. [ hier gehts zur Galerie ] |
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| Samstag,
03. Juni 2006 Wie bereits am Vortag eröffnete eine Band aus Amerika unseren Festival-Tag und ebenso war es für die Band ein Deutschland-Debut. "Imperative Reaction" nennt sich die Truppe, die demnächst die "Skyshaper"-Tour von "Covenant" zusammen mit "Seabound" supporten werden. Leider war die Agra-Halle noch sehr leer und von draussen drang noch viel Licht hinein. Dennoch starteten die Jungs von Beginn an durch und man konnte ihnen anmerken, wie viel Spass sie vom Start weg hatten, hier zu spielen. Leider konnten wir aus Zeitgründen nicht den gesamten Gig verfolgen. Dennoch sollte man die Band nicht aus den Augen verlieren. Auch der letztjährige Tour-Support für die "Formation Tour" von "VNV Nation" dürfte nicht von ungefähr gekommen sein. Check them out! |
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Wir waren noch völlig überwältigt von vorherigen Act, da ging's auch schon weiter auf der Bühne des Kohlrabizirkus. Mit "Lacrimas Profundere" stand ein ganz anderes Genre auf den Brettern und hatte es mehr als schwer, uns zu begeistern. Das mag daran liegen, dass die "Lacrimas" auch wesentlich gemächlicher ans Werk gehen und damit eher unauffällig wirkten. Für die eingefleischten Fans dürfte das Konzert dennoch ein besonderes Ereignis gewesen sein, denn es wurde auch neues Material von dem demnächst erscheinenden Album "Filthy Notes For Frozen Hearts" gespielt. [ hier gehts zur Galerie ] |
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Während Sandro das ablichten der nächsten Band "Cat Rapes Dog" übernahm [ hier gehts zur Galerie ], hatten wir nun ein wenig Zeit zum Verschnaufen, pendelten ein wenig zwischen den Fressbuden und Getränkeständen hin und her, bevor es uns erneut in die Agra-Halle zog, um die britische Formation "VNV Nation" zu erleben. Ronan flitze in gewohnter Manier auf und über die Bühne, dennoch schien es so, als hätte ein Problem mit den Monitorboxen vorgelegen, denn er sang ständig etwas neben der Musik. Auch machten die ersten Reihen einen aktiven Eindruck, jedoch vermisste man das letzte Quentchen Stimmung in der gesamten Halle. Die Frage, ob der Funke von der Bühne wirklich auf die Zuschauer übergesprungen ist, liess sich für uns nicht abschliessend beantworten. Auch hat man von "VNV Nation" schon interessantere Set-Listen gehört. |
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Nach diesem eher ernüchternden Erlebnis mit Ronan und Mark begaben wir uns auf dem Agra-Gelände zur Halle 4.2. Dort sollten wir auf etwas für uns bis dato Unbekanntes treffen: "Vive La Fete". Der Name könnte auf eine französische Herkunft schliessen lassen, aber - falsch. Es handelt sich um den "dEUS"-Bassisten Danny Mommens und das Ex-Modell Els Pynoo aus Belgien. Die Laufbahn der beiden begann 1998 im gemeinsamen Schlafzimmer. Zunächst sind ihre "Elektropop im Schlafrock"-Sounds häufig auf Modenschauen, u. a. in Paris zu hören. So kommt es auch, dass sogar Herr Karl Lagerfeld einen Silberling von "Vive La Fete" in die Finger bekommt und dem Duo so den Weg zu den Modemetropolen der ganzen Welt öffnet. Mittlerweile haben Danny und Ely ihr viertes Album namens "Grand Prix" veröffentlicht und touren damit durch die Gemeinden. Uns hat der "Schlafzimmer"-Pop in der übervollen Halle 4.2 nicht wirklich begeistern können. Eher langweilig wurde das Gesangsgut vorgetragen, und barfüssige Sängerinnen sind auch nicht immer schön anzusehen, vor allem wenn ihre Bewegungen mehr an rhytmische Sportgymnastik erinnern. Aber die Geschmäcker sind schliesslich verschieden ... |
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Und die WGT-Organisatoren hatten sich in diesem Jahr wieder mal ein besonderes Schmankerl als Mitternachts-Special ausgedacht: "OneTwo". Das Projekt besteht aus dem "OMD"-Sänger Paul Humphreys und Claudia Brücken von "Propaganda". Das Programm versprach eine abwechslungsreiche Reise durch die verschiedenen Epochen der beiden Personen. So sollten "OMD"-Klassiker neben den grossen "Propaganda"-Hits genauso zu hören sein wie aktuelle, gemeinsame Produktionen. Eröffnet wurde der Auftritt der beiden von zwei "OneTwo"-Stücken. Anschliessend stelle Paul nochmal das Projekt vor, was bei dem offenbar teils unwissenden Publikum, doch einige Begeisterung hervorrief. Es folge das erste "OMD"-Stück namens "Messages", der erste "Propaganda"-Track war "Dr. Mabuse". Verständlicherweise kamen die Klassiker besser beim Publikum an als die neuen, gemeinsam produzierten Songs. Trotzdem entwickelte sich eine schöne Atmosphäre in der Agra-Halle und den noch Anwesenden. Im weiteren Verlauf der Show folgten noch Songs wie "Souvenir", "Forever Live And Die" und "Duel". Überaus beeindruckt waren wir von den gesanglichen Fähigkeiten von Claudia Brücken. Zwar wirkte sie zu Beginn des Konzertes noch eher schüchtern und zurückhaltend, taute jedoch im weiteren Verlauf immer weiter auf und wusste mit ihrer vokalen Bandbreite absolut zu überzeugen. Nachdem beide nach dem Verlassen der Bühne vom Publikum überschwänglich gefeiert wurden, gab es auch noch Zugaben. "P-Machinery" und "Electricity" sorgten nochmal für eine ausgelassene Stimmung, bevor dann gegen kurz vor drei Uhr Schluss war. Wie oft bei diesen Mitternachts-Specials wurde man auch diesmal wunderschön in die Vergangenheit entführt. |
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| Sonntag,
03. Juni 2006 Der nächste Tag sollte für uns brachialer beginnen. Die Berliner Band Agonoize hatten seitens des Veranstalters die undankbare Aufgabe bekommen, auf der Parkbühne als Opener anzutreten. Eine mit Plastikbahnen ausgelegte Stage ließ wieder auf eine blutige Show des Trios hoffen. Um 15.15 Uhr Leipziger Ortszeit betraten dann Chris, Mike und Oli die Bühne, um es schon mit dem ersten Stück to paradise richtig krachen zu lassen! Als dritten Song stellte man uns bäng bäng goodbye vor, welcher auf der erst kürzlich erschienenen EP ultraviolent six enthalten ist. Aber auch dieser wurde nahtlos zu den älteren Songs wie nekropolis oder deaht, murder, kill vom Leipziger Publikum angenommen. Ob Kunstsperma, welches Chris in die Massen spritze oder auch die Flex und diverse Blutbags, nichts sollte im Set fehlen, so hatte es die Band auf ihrer Website auch angekündigt. Aber man wollte es ja richtig krachen lassen, eine unvergessliche Show bieten, ok . Bisher waren dies alles Elemente, die auch auf vorherigen Gigs schon präsentiert worden waren - bis zum letzten Song Bei sacrifice schnappte sich Chris ein Messer und schnitt sich symbolisch die Pulsadern auf, dass es nur so spritzte. Selbst in der Mitte des Songs ergoss sich die rote Flüssigkeit noch aus seinem Arm. Eine Wahnsinnshow, die einen bleibenden Eindruck bei einigen hinterlassen sollte! Des Weiteren ist die Resonanz des Publikums noch positiv hervorzuheben. So hatte ich es in meinen bisherigen 8 Jahren WGT noch nie erlebt, dass ein Opener dermaßen viele Leute um diese gottverdammt frühe Zeit hat zur Parkbühne ziehen können. Respekt! Die nachfolgenden Bands sollten es nicht einfach haben, dies noch zu toppen. [ hier gehts zu den Galerie I,Galerie II, ] |
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Der Headliner auf der Parkbühne war genau wie vor 3 Jahren an dieser Stelle "Oomph!", nur sollte es diesmal nicht so sehr regnen wie damals. Ein gut gelaunter und wie immer in den letzten Jahre weiss gekleideter Dero betrat mit den Worten "... wer hat denn hier auf die Bühne onaniert... " (gemeint war die "Sauerei", die "Agonoize" mit ihrer Show hinterlassen hatten) die Stage und auch der in schwarze Kutten gekleidete Rest der Band legte mit "träumst du" voll los. Überhaupt schien der Gig ganz im Sinne des neuen Album "Glaube, Liebe, Tod" zu stehen. Bei "keine Luft mehr" konnte es sich Dero natürlich nicht verkneifen, das übliche Bad in der Menge zu nehmen und so seinen Fans ganz nah zu sein! Eine Geste, die man "Oomph!" sehr hoch anrechnen muss, bei dem ganzen Erfolg die letzten Jahre, kein bisschen abgehoben und immer auf dem Teppich geblieben zu sein. Dies liessen die "Gothics" auf einer restlos vollen Parkbühne aber auch die Band spüren und waren vom ersten Song an hellauf begeistert. Egal ob "Sex hat keine Macht", "Gekreuzigt" oder "Augen auf" durchweg herrschte eine Top Stimmung wie wir sie selten bei diesem WGT erlebt habe. Natürlich konnten als Zugaben die Titel "Gott ist ein Popstar" und "Mensch sein" nicht fehlen. Ganz zum Schluss gab es dann noch ein besonderes Leckerli für alle, denn Dero gab "Mein Herz" a-capela zum besten. Alles in allem ein wundervoller Abschluss eines sehr sehr schönen Tages auf der Parkbühne. [ hier gehts zur Galerie I, Galerie II, Galerie III] |
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| Berichterstattung:
Claudia Schöne [ Bilder ] Berichterstattung: Dietmar Vander [ Text ] Berichterstattung: Sandro Griesbach [ Bilder, Text ] |